Pierre de Coubertin (1863 - 1937) war der sogenannte Begründer der neuzeitlichen Olympischen Spiele. Coubertins Ziel war die Erneuerung der Menschheit durch den Sport. In Training und Wettkampf sollte sich die Jugend körperlich und sittlich vervollkommnen. Dabei wurde Coubertin angeregt durch die Sporterziehung an den englichen Public Schools. Die Olympischen Spiele verstand Coubertin als kultische Hochfeste dieses religiös gedachten Erneuerungsprozesses (religio athletae). Auf dieser pseudoreligiösen Wurzel gründen sich sowohl das kultische Ritual der Spiele als auch die immer wieder problematisierte Amateurideologie. Von Anfang an interpretierte sich der Olympismus auch als Friedensbewegung. Im fairen Wettkampf sollten die Nationen und Rassen zur gegenseitigen Achtung erzogen werden. Coubertin war der Ansicht, dass der Sport eine "gesunde Demokratie und friedlichen Internationalismus" fördere. Coubertins olympisches Idealbild war der erwachsene, männliche Einzelkämpfer. Mit seiner Vorstellung, Frauen von der aktiven Teilnahme an den Spielen auszuschließen, vermochte er sich jedoch nicht auf Dauer durchzusetzen.
 

Auf Coubertins Anregung kam es 1894 anläßlich eines Sportkongresses in Paris zur Gründung eines Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Es wurde der Beschluss gefasst, künftig im vierjährigen Turnus und an wechselnden Orten Olympische Spiele durchzuführen. Die ersten neuzeitlichen Spiele fanden 1896 in Athen statt. Vor 70.000 Zuschauern kämpften 296 Sportler aus 13 Ländern in 43 Wettbewerben um Medaillen. Aus nationalistischen Gründen distanzierte sich der DTB lange Zeit von den Olympischen Spielen. Erst 1904 kam es in St. Louis (USA) zu einer offiziellen Vertretung des DTB. Die Beteiligung einer deutschen Mannschaft an den ersten Spielen war vor allem das Verdienst W. Gebhardts (1861 - 1921).

Die Entwicklung der Olympischen Spiele im 20. Jahrhundert war zunehmend von Gigantismus, Kommerz und auch Manipulation (Doping) geprägt. Unter der Führung Samaranchs (Vorsitzender des IOC seit 1980) "öffneten" sich die Spiele für den Kommerz, was dem Verband nicht nur viel Geld brachte, sondern auch eine gestiegene Bedeutung in der internationalen Sportpolitik. Ebenso trug die Veränderung der Kommunikationstechnologie (vor allem TV) dazu bei, dass die Olympischen Spiele dank weltweiter Verbereitung immer mehr Zuspruch erfuhren. Auch in Deutschland wurden Olympische Spiele ausgerichtet: 1936 in Berlin und 1972 in München (Sommerspiele).

Leider wurden die Olympischen Spiele auch für machtpolitische Zwecke mißbraucht. So bedeuteten die Boykotte von 1980 in Moskau durch viele Nationen der westlichen Hemisphäre (darunter auch die Bundesrepublik Deutschland) und auch der Gegenboykott von Nationen unter dem sowjetischen Einflußbereich 1984 in Los Angeles einen Tiefpunkt in der Olympischen Geschichte. Weiteres Indiz für die Politisierung des Sports im Rahmen der olympischen Spiele erfuhr der Wettkampf um Medaillen, in dem die Nationenwertung (Medaillenspiegel) besonders in Zeiten des Ost-West-Konflikts eine große Bedeutung erfuhren. So wurde ein gutes Abschneiden bei Olympischen Spielen als Zeichen der Leistungsfähigkeit des eigenen Systems verstanden, was dazu führte, dass  - gerade in sozialistischen Ländern - ein durchdachtes und gezieltes Sportfördersystem aufgebaut wurde, konnte man sich ja als erfolgreich funktionierendes Land in der Welt präsentieren.

Wenn es also "neuzeitliche Olypische Spiele" gibt, muss es demnach auch welche gegeben haben, die vor dieser Zeit stattgefunden haben. Sporthistoriker datieren mit dem Jahr 776 v. Chr. den Beginn der (antiken) Olympischen Spiele, weil aus dieser Zeit erste Siegerlisten gefunden wurden. Man geht jedoch davon aus, dass auch schon lange vorher Spiele dieser Art abgehalten wurden. Das Leitmotto war auch schon damals: "Immer der Beste zu sein und ausgezeichnet vor den anderen". Derjenige, der die Olympischen Spiele zu dieser Zeit gewinnen konnte, bekam als Zeichen des Sieges den Lorbeerkranz (auch heute noch symbolisches Zeichen des Sieges) und wurde von seinem Heimatort mit großer Begeisterung empfangen. Auch damals waren Frauen von den Spielen ausgeschlossen. Die ersten Sportarten waren eher  leichtathletischer Natur (deshalb gelten sie auch heute noch als die "Königsdiziplinen"), so begnügten sich die Sportler mit "Stadionlauf", der auch heute noch in den antiken olympischen Stätten in Olympia (Griechenland) gelaufen werden kann. Die Distanz beträgt 192 m. Auch damals fanden die Spiele schon vor großen Zuschauermengen statt. So fanden Historiker heraus, dass bereits mehr als 50.000 Zuschauer bei der Ermittlung der Sieger dabei sein wollten. Im Verlauf der Zeit wurden die Spiele (die schon damals alle vier Jahre ausgetragen wurden) um weitere Disziplinen erweitert. Im Unterschied zu heute gab es jedoch auch Disziplinen, die weitaus brutaler waren und oftmals mit dem Tod endeten (z.B. Kämpfe mit Geräten). Die antiken Olympischen Spiele wurden 394 n.Chr. von Kaiser Theodosius verboten, weil er in ihnen einen heidnischen Kult sah. Die letzten Olympischen Spiele der Antike, die übrigens immer in Olympia stattfanden, wurden 393 n.Chr. ausgetragen.

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